Emil Heinrich du Bois-Reymond (07.11.1818 - 26.12.1898) Physiologe; erster Lehrstuhlinhaber für Physiologie; Ordinarius f. Physiologie (1858-1896); Direktor des physiologischen Apparates und des physiol. Laboratoriums (1859-1879), des physiologischen Institutes (1879-1897)...
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1858 - 1896

Als Johannes Müller 1858 starb, gab es in Berlin noch immer kein Institut für Physiologie, lediglich ein physiologisches Laboratorium, das seit 1851 getrennt von der Anatomie im Westflügel des Universitätsgebäudes untergebracht war und dem 1957 erstmals ein „Gehilfe“ zugeordet wurde.

undefinedEmil du Bois-Reymond (geb.1818 in Berlin) studierte dort ab 1839 Medizin und erhielt von Müller 1841 ein Gebiet zur Bearbeitung, das sein Lebenswerk werden sollte: die Erforschung der tierischen Elektrizität.

1845 gehörte du Bois-Reymond zu den Gründern der physikalischen Gesellschaft zu Berlin. 1846 habilitierte er sich für das Fach Physiologie. Von 1849-1853 war er  Lehrer für Anatomie an der Berliner Akademie der Künste, 1849 übernahm er eine „Gehilfen“–Stelle bei Müller. 1855 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. 1858 wurde er zum Ordinarius berufen.

Trotzdem sollte es noch fast zwei Jahrzehnte dauern, bis er seine Pläne für ein eigenes  Institut für Physiologie trotz aller Schwierigkeiten verwirklichen konnte. 1877 wurde es in der Dorotheenstraße auf dem Gelände einer aufgegebenen Artilleriewerkstatt eröffnet.

Desweiteren entstanden das Physikalische Institut (Direktor: Hermann von Helmholtz, das Pharmakologische Institut (Oskar Liebreich) und das 2. Chemische Institut (Karl Friedrich Rammelsberg), die räumlich und inhaltlich Naturwissenschaften und medizinische Grundlagenforschung unter modernen Bedingungen (große, an vielfältige Medien angeschlossene Experimentiertische, Hörsaal mit Glasdecke und Rolljalousien) verzahnten.